Die Wege alternativen Glaubens sind schier unergründlich. Es ist erst wenige Hundert Jahre her, da wurden Tarotkarten vor allem zum Spielen verwendet. Vermutlich ging es dabei nicht selten um Geld. Obwohl schon die ersten Decks entworfen und verkauft wurden, in die Zukunft sah man damit erst einmal noch nicht – oder nur ein wenig. Erst mit dem Boom des Okkultismus und der Wahrsagerei im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert entdeckte man die Deutung der Legeergebnisse zu esoterischen Zwecken. Es mag schon sein, dass einzelne Eingeweihte das Tarot de Marseille oder das italienische Tarocchi nicht nur zum Spiel verwendeten und dass sie sein Potenzial zur Deutung von Lebensfragen erkannten. Doch zum Wahrsagen wurden damals noch andere Hilfsmittel bevorzugt.

Mit der Weiterentwicklung der früheren Tarotkarten begriff man aber sehr bald, wie hilfreich dieses Instrument doch für die Divination ist. Die Symbole wurden zunehmend auf die Bedürfnisse divinatorisch Interessierter angepasst. Dennoch blieb man den Ursprüngen der Kartenwissenschaft treu. Diese sieht ihr zentrales Anliegen weniger in dem einfachen Zukunftsblick, sondern vor allem in der Vermittlung eines tiefgründigen esoterischen Weltbilds. Mithilfe solcher Symbole, die oft aus der Antike oder zum Beispiel aus der mittelalterlichen Alchemie stammen, kann man zwar ebenso Fragen zur Zukunft beantworten, aber eben nicht nur.
Inzwischen wird auch im Internet Tarot kostenlos angeboten – spannende Onlinelegungen wie auch interessante Informationen und Diskussionen darüber. Mal werden klassische Decks mit Großer und Kleiner Arkana verwendet, dann wieder spezielle Ausprägungen wie Krafttier- oder Engelkarten.
Im Zentrum steht neben der Wahrsagerei vor allem die Erkenntnis. Denn wer teilweise uraltes esoterisches Wissen begreift, braucht wahrscheinlich sehr bald keine Karten mehr, um zu sehen, worauf die Zukunft hinsteuert.

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