Im Winter, wenn die Berghänge tief verschneit sind, locken die Pisten zahlreiche Menschen, um bei herrlichem Sonnenschein Ski zu fahren oder zu rodeln. Viele Menschen jedoch kommen untrainiert auf die Pisten und können dann für andere Skifahrer ein nahezu unkalkulierbares Verletzungsrisiko sein. Wer beispielsweise einem anderen Skifahrer ausweichen muss, kann sich enorm verletzen und sogar dauerhafte Schäden davontragen. Auch die untrainierten Skifahrer selbst tragen ein hohes Risiko, da die für das Skifahren notwendigen Muskelgruppen oft nicht die notwendige Kraft haben, um bei Stürzen stabilisierend zu wirken.

Grundsätzlich sind Skiunfälle in der privaten Unfallversicherung mit versichert. Wer also auf der Skipiste stürzt und sich verletzt, kann die Leistungen seiner Unfallversicherung in Anspruch nehmen und neben der Erstattung der Bergungskosten je nach Vereinbarung auch Invaliditätsleistungen oder Verletzungsgelder erhalten. Die Höhe der jeweiligen Unfallversicherung Leistungen ist abhängig vom individuellen Vertrag und den Vereinbarungen, die Versicherung und Versicherter miteinander getroffen haben. Letztlich spielt auch die gewählte Versicherungssumme eine wichtige Rolle, denn je höher die Versicherungssumme vereinbart wird, desto höher fallen auch Invaliditäts- und Todesfallleistungen aus.

In einem konkreten Fall hatte sich die Versicherung jedoch geweigert, Leistungen zu übernehmen, da der Versicherte ausweichen musste und der Unfall aufgrund des Ausweichmanövers entstanden ist. Die Versicherung berief sich dabei darauf, dass es bei einem Ausweichmanöver keine Fremdeinwirkung gibt und daher auch nach der gängigen Definition kein Unfall vorliegt.

Der Bundesgerichtshof jedoch entschied, dass die Verletzung des Skifahrers auf den Aufprall am Boden zurückzuführen ist. Somit, so die Richter, war der Sturz ursächlich für die Verletzung, wodurch es sich durchaus um einen Unfall handelte. Wie die Richter feststellten, sei allein das jeweilige Ereignis zu betrachten, welches die Verletzung hervorrief. Lediglich dann, wenn das Ausweichmanöver selbst zu der Verletzung geführt hätte, hätte die Unfallversicherung die Leistung verweigern können. In diesem Fall jedoch muss die Unfallversicherung die vertraglichen Leistungen übernehmen und dem Versicherten die Kosten der Bergung sowie weitere versicherte Kosten überweisen.

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